Fischbestandsbergung in der Fluthamel

Die Peter Gross Rail GmbH & Co. KG beauftragte den Anglerverband Niedersachsen e.V. (AVN) mit einer Fischbestandsbergung in einem Teilstück der Fluthamel in Hameln. Im Rahmen der geplanten Brückensanierung im Bereich Ohsener Straße, wird ein Abschnitt der Fluthamel vorübergehend umgeleitet, sodass in diesem Abschnitt eine Fischbestandsbergung notwendig ist. Am 20.07.2023 und 22.08.2023 erfolgten Befischungen durch den AVN.
Die Fischbestandsbergung erfolgte mittels Elektrofischerei. Zum Einsatz kam
ein tragbares Gerät vom Typ DEKA 3000 (Fa. Mühlenberg, Marsberg). Die Befischung erfolgte
mittels Impulsstrom (DEKA 3000). Die Anodenkescher waren mit Fangnetzen mit einer Maschen-
weite von 5 mm versehen, sodass auch Kleinfische und juvenile Individuen zuverlässig gefangen
werden konnten.

Als Grundlage der Elektrobefischung dienten die Empfehlungen zur Anwendung des
fischbasierten Bewertungssystems für Fließgewässer (FIBS; Dußling et al. 2004), die Richtlinie
zur Probenahme von Fisch mittels Elektrizität (DIN EN 14011 2003) sowie die Empfehlungen
zur guten fachlichen Praxis der Elektrofischerei (Beaumont et al. 2002).

Die im Zuge der Elektrofischerei gefangenen Fische wurden in einem Fischtransportbehälter zwischengehältert und anschließend auf Artniveau bestimmt, in Größenklassen von 10 cm eingeteilt und danach schonend in den vordefinierten, 500 m flussaufwärts liegenden Abschnitt ausgesetzt. Das Hälterwasser stammte aus der Fluthamel und wurde permanent durch eine Membranpumpe und Ausströmer mit Luftsauerstoff versorgt.



Im Vorfeld der Befischung wurde im oberen Teil des zu befischenden Abschnitts eine Sedimentsperre eingebaut. Unterhalb begrenzte eine Ölsperre die zu befischende Teilstrecke. Es wurden intensiv die Gewässersohle und die mit Wasserbausteinen befestigten Uferbereiche befischt, da sich hier erfahrungsgemäß vergleichsweise stationäre Arte wie z.B. Groppe (Cottus gobio), Aal (Anguilla anguilla) und Quappe (Lota lota), sowie Neunaugen (Lampetra sp.). aufhalten.

Es konnten insgesamt 14 verschiedene Fischarten nachgewiesen werden.

Grundel = 375 Stück
Elritze = 112 Stück
Rotauge = 107 Stück
Groppe / Mühlkoppe = 56 Stück
Dreichstachliger Stichling = 38 Stück
Hasel = 19 Stück
Döbel = 13 Stück
Aal = 12 Stück

Bachforelle, Bachneunauge, Barbe, Flussbarsch, Kaulbarsch und Quappe = jeweils 1 Stück



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